Was kostet eine Rassekatze?
In der Regel beginnen die Preise bei Euro 550,- für ein Liebhabertier bei seltenen Rassen können es auch schon mal Euro 1000,- oder mehr sein. Tiere, die Zuchtqualität besitzen, sind meist teurer. Zusätzlich werden oftmals auf den Grundpreis Zusatzleistungen wie beispielsweise das Chippen oder Zusatzimpfungen wie Tollwut oder Leukose berechnet.

Warum so "teuer"? bzw. Kann man von hohen Gewinnen sprechen?
Nur Kitten aus individuell aufgezogenen Würfen von zufriedenen, stabilen Müttern haben die Chance auf einen wirklich guten Start ins Leben.
Ein gesundes, seriös aufgezogenes Kätzchen muss ordnungsgemäß geimpft werden, also zumindest Grund- und Wiederholungsimpfung gegen Katzenschnupfen/-seuche erhalten. Regelmäßige Wurmkuren sind ebenfalls notwendig.
Es gehört ebenso dazu, dass für einen gesunden Knochenbau und gesunde Organe vernünftiges Futter gegeben wird, und zwar sowohl an die Mutter wie auch an die Kitten. Das ist zum einen nicht ganz billig und wird zum anderen in nicht geringen Mengen von den Kitten verzehrt, in etwa ab der 4. Woche.
Zur Gesundheit zählt nicht nur das körperliche Wohlbefinden, auch die Psyche ist wichtig. Für eine gesunde Psyche ist es notwendig, dass die Kitten nicht nur während der Stillzeit bei der Mutter sind, sondern in der gesamten Erziehungsphase. Deswegen dürfen die Kitten nicht vor der 12. Woche abgegeben werden, eher später. Menschenkinder werden auch nicht aus dem Haus geschmissen, sobald sie einen Löffel selbständig zum Mund führen können, oder? Meine Kitten bleiben im Haus, bis sie mindestens 13 Wochen alt sind.
Was gefressen und nicht "verbraucht" wird, muss wieder raus. Und auch Katzenstreu kostet Geld.
Um die Kitten verkaufen zu können, müssen Anzeigen geschaltet werden, und die sind in der Regel deutlich teurer, als der Stammbaum, der je nach Verband bei Euro 15,- liegt. Letzterer ist also, wie man sieht, nicht der Grund, warum die Kitten so teuer sind. Er ist aber ein wichtiges Indiz für Seriosität, aber dazu später mehr.
Schon bis hierhin hat man mehrere hundert Euro in jedes einzelne Kitten gesteckt. Kommt jetzt noch eine kleine Infektion dazu, die einem auch saubersten Haushalt ereilen kann, schnellen die Kosten in die Höhe.
Selbst die Geburt muss nicht immer komplikationslos ablaufen. Wenn der Tierarzt eingreifen muss, vielleicht sogar mit einem Kaiserschnitt, kommen da sehr schnell für die Operation und die Nachsorge Eintausend Euro zusammen.
Soweit zu den Kitten. Zu einer seriösen Zucht gehört aber noch mehr.
Züchter, im Gegensatz zu "Vermehrern", nehmen nicht einfach irgendeine Kätzin und lassen irgendeinen Kater drauf. Sie überlegen sich, was sie mit der Zucht erreichen wollen, und wählen dann eine entsprechende Kätzin aus. Die gibt es dann aber meist nicht "um die Ecke", sondern man muss weit fahren, bei manchen Rassen sogar ins Ausland! Solche Zuchtkatzen kosten aber auch deutlich mehr als ein Liebhabertier.
Da eine Katze allein sich noch nicht vermehrt, braucht man auch noch einen Kater. Auch da muss man genau gucken, welchen man nimmt. Das heißt, wieder weite Wege, und natürlich die Deckgebühr, die im allgemeinen bei Euro 250,- losgeht und auch schon mal bei über 500,- liegen kann. Und selbst wenn man sich einen eigenen Deckkater hält, heißt das noch lange nicht, dass man ihn auf jede Kätzin lassen kann. Außerdem kostet auch der Geld, 1. in der Anschaffung und 2. an Putzmitteln... Es soll ja nicht jeder Besucher gleich riechen, dass man einen Zuchtkater hält.
Um Stammbäume zu erhalten, muss man Mitglied in einem Verein/Verband sein. Das heißt nicht nur Vereinsbeiträge, sondern auch Einhaltung der Zuchtrichtlinien, und diese sind in einem guten Verein zum Schutz der Katze aufgestellt. Und genau das ist es, was den Stammbaum auch für Liebhaber so wichtig macht! Selbst im Stammbaum ist zu erkennen, mit welchen edlen Tieren die Zucht betrieben wird. Titel der Katzeneltern werden ausschließlich auf Internationalen Katzenausstellungen vergeben. Hier entstehen wieder immense Kosten. Anfahrt (auch für Auslandsausstellungen), Käfig und Wertung von anerkannten Richtern. Aber nicht jeder bezahlte Ausstellungstag führt zwangsläufig zum Wertungspunkt, den man dann sammeln kann, um Titel zu erreichen. Beispielsweise der Titel "Großer Internationaler Champion ist mit mindestens mit 9 Ausstellungstage (davon einer im Ausland) zu erreichen.
In den Zuchtrichtlinien ist festgelegt, wie viel Würfe eine Katze in welchem Zeitraum haben, wie viele Katzen man pro qm Wohnfläche halten darf und vieles mehr. Hiermit soll verhindert werden, dass die Kätzinnen nicht mit ständigen Würfen ausgelaugt werden und auch nicht zu viele Tiere gehalten werden.
Auf Schwarzzüchter möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn dann würden sich mir vor Wut die Nackenhaare aufstellen. Nicht weil sie Katzenkinder billiger verkaufen, sondern weil die armen Kätzinnen ein Wurf nach dem anderen bekommen müssen.
Die Ausrede: "Ein Verein wolle nur Geld machen und man wolle der armen Katze die Ausstellungen ersparen" ist genauso erlogen, wie "dass das Jungtier wegen Verzicht auf einen Stammbaum so günstig sei".
Denn, der Vereinsbeitrag ist mit ca. 50 Euro. pro Jahr nicht der Rede wert und ein Stammbaum kostet lediglich 15 Euro. Aber, Katzen die das ganze Jahr über Babys bekommen müssen, können gar nicht auf Ausstellungen gehen. Nicht wegen der Argumente eines solchen "Züchters" sondern, weil das arme Tier nicht im geringsten fit für eine Ausstellung wäre. Denn eine Katze braucht nach einem Wurf Monate bis sie wieder annähernd wie ein Ausstellungstier aussieht.
Ein Schwarzzüchter gibt seine Kitten gerne mit einem Alter von ca. acht Wochen ab, denn dann entstehen nicht so viel Kosten für Futter, Streu, Spielzeug usw. Impfungen werden in diesem Alter auch noch nicht durchgeführt sein, geschweige denn wurden sie entwurmt. Sie verkaufen ihre Kitten fast immer ohne Kaufverträge. Es gibt noch bedeutend mehr Gründe, auf die wir aber nicht weiter eingehen.
Massenzüchter wie Schwarzzüchter geben gerne Stammbaumkopien der angeblichen Eltern mit, damit Sie auch ja sicher seien können, dass das von Ihnen erworbene Tier wirklich "echt" ist. Aber gerade jetzt müssten Sie sich doch fragen: Wieso kauft ein Schwarzzüchter selbst seine Katzen nur mit Stammbaum von seriösen Züchter? Ganz einfach, er selbst weiß am besten wie in der Schwarzzucht praktiziert wird und misstraut daher auch seinen "Züchterkollegen". Und da er sicher gehen will nicht übers Ohr gehauen zu werden, gibt er seltsamerweise gerne die "ach so überteuerten" Preise für ein rassereines Kätzchen aus !! Da er aber weiß, dass kein seriöser Züchter seine Tiere für Schwarzzuchten hergibt, muss er also auch diesen belügen um an sein Ziel zu kommen !
Es gibt natürlich auch unter den "echten" Züchtern schwarze Schafe, deshalb lassen Sie sich stets die Elterntiere zeigen, zumindest das Muttertier, denn man kann ja auch bei einem Deckkater gewesen sein. Fragen Sie dem Züchter ruhig Löcher in den Bauch, ein seriöser Züchter beantwortet Ihnen gerne alle Fragen so gut er kann. Bringt Ihnen ein Züchter nur ein oder zwei Kätzchen ins Zimmer, Sie sehen aber nirgends Katzen und ansonsten weist auch nichts in der Wohnung auf Tierhaltung hin (schließlich machen Tiere nun mal Dreck und irgendwo müssen immer ein paar Haare oder Spielzeug liegen) können Sie davon ausgehen, dass er etwas zu verbergen hat und somit auch nicht viel besser als seine Schwarzzüchterkollegen ist.
Es gibt tatsächlich unseriöse Züchter, die mit der Ware Geld verdienen wollen. Katzenbabys solcher "Züchter" sind meist verstört und menschenscheu und weisen oft Krankheiten und genetische Defekte auf. Diese haben dann teilweise erhebliche Tierarztkosten und Kummer für die Käufer zur Folge.
Bei solchen Tiervermehrern muss man grundsätzlich davon ausgehen, dass die Zuchtkatzen ausgebeutet werden. Sie werden viel zu häufig gedeckt und müssen dann früher oder später mit ihrer Gesundheit (sofern sie zuvor überhaupt gesund gewesen sind), unter Umständen sogar mit ihrem Leben bezahlen. Man sollte also eher einen Bogen um besonders günstige Angebote für Jungtiere machen. Nur wer mit minimalem Aufwand züchtet kann billig verkaufen. Jeder der Billigangebote sucht, macht sich im Grunde mitschuldig an dem Elend vieler Tiere die von geschäftstüchtige Tiervermehrer missbraucht werden. Denn solange diese Abnehmer für ihre Babys finden, produzieren sie weiter!

Checkliste "Erkennen einer guten Zucht"

Fragen an den Züchter:
- Haben die Katzentiere einen Stammbaum?
- Ist der Züchter in einem Katzenverein?
- Wie sind die charakterlichen Merkmale der angebotenen Rasse?
- Wie viele Tiere insgesamt leben beim Züchter?
- Leben die Tiere im Haushalt des Züchters (Familienanschluss)?
- Wie alt sind die angebotenen Tiere bei der Abgabe?
- Welche Impfungen haben die Tiere bis dahin?
- Haben die Tiere evtl. noch weitere Gesundheitstests?
- Wird ein Kaufvertrag erstellt?
- Steht der Züchter auch noch nach dem Kauf bei Fragen zur Verfügung?
Fragen des Züchters an Sie:
- Will der Züchter wissen, wie und mit wem ich wohne?
- Will der Züchter wissen, ob und wie viel ich arbeite ?
- Will der Züchter wissen, warum ich gerade diese Rasse will?
- Will der Züchter wissen, ob das Tier später Freigang hat?
- Will der Züchter wissen, was ich von Katzenhaltung verstehe?
- Will der Züchter wissen, ob das Tier später alleine gehalten werden soll?
Es kann durchaus vorkommen, dass ein Züchter Sie als neuen Dosenöffner ablehnt, andere Züchter haben andere Kriterien. Nicht jeder Züchter hat die gleichen Ansichten, auch wenn er vielleicht die gleichen Fragen stellen wird. Bleiben Sie bitte ehrlich und beantworten sie die Fragen des Züchters wahrheitsgetreu!